Vermögensaufbau mittels Fondssparen - Teil 1






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Vermögensaufbau mittels Fondssparen - Teil 1

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Millionär werden leicht gemacht. Solche Sätze lesen wir gerne und möchten am liebsten eine Anleitung dafür haben, eine todsichere Instruktion, wie wir es erreichen können, wie JEDER es erreichen kann. Leute wie Bestsellerautor und Money Coach Bodo Schäfer haben rasanten Zulauf in ihren Kursen, und ihre Bücher werden aus den Regalen gesaugt. Das Verlangen nach einem richtig guten Vermögensaufbau ist also vorhanden und groß.

Doch was vermitteln Menschen, die sich mit Geld richtig gut auskennen, in ihren Kursen? Und die Antwort lautet: Ganz sicher nicht ein Grundrezept, das für jeden funktioniert. Alle haben aber sicher eines gemeinsam: Wer reich werden will, muss wissen, wie er es erreicht, und er muss dafür etwas TUN. Das hören die wenigsten gerne, denn wie schön wäre es, wenn andere die Finger rührten, und das eigene Konto füllte sich. Am Anfang des Reichtums steht also die Erkenntnis, dass es nur funktioniert, wenn der Willige an sich selbst arbeitet, bevor er die Ratschläge der Könner befolgt.

Reichtum ist zum einen also eine Einstellungssache. Und zum andern der Wille, den richtigen Ratschlag anzunehmen. Wer die Einstellung besitzt, dass das monatliche Sparen, möglichst früh begonnen, zu langsam ist (ein Lottogewinn wäre willkommener), dass Aktienfonds zu viel Risiko bergen (ein SKL-Los trägt „zweifelsohne“ das geringere Risiko) und man eh nicht der Typ ist, Millionär zu sein und – ZU BLEIBEN, der braucht erst gar nicht anzufangen, denn mit dieser Einstellung bleibt jeder ein Mensch, der dem Geld ewig hinterher jagt.

Ein Beispiel aus dem Leben: Franz Z. hat sich schon früh Gedanken gemacht (als Kind also), wie er mal zu viel Geld kommen könnte und hatte die Eingebung, dass er es nur schafft, wenn er sein Geld spart, anstatt es sinnlos zu verplempern. Er lernte zu unterscheiden, was er brauchte und was nicht. Und während seine Kameraden sich Süßigkeiten besorgten, legte Franz das Geld beiseite. Der monatlich eingesparte Groschen für einen Lutscher hat sich in 10 Jahren verdreieinhalbfacht. Oder aus heutiger Sicht betrachtet: Seine Kameraden kauften sich damals Lutscher, die 350% überteuert waren.

Hätte Franz sich jeden Monat einen Lutscher für 10 Pfennige verkniffen und das Geld angelegt, hätte er 10 Jahre später bereits 50 DM gehabt. Natürlich hat sich Klein-Franz viel mehr Lutscher vorenthalten und so ein wahres Vermögen aufgebaut, während seine Kumpels später arbeiten mussten. Wir sehen, allein die Einstellung hat es geschafft, dass hier einer reich wurde, so wie Tausend andere, die seine Einstellung teilten.

Wer bereits ein paar Jahre älter ist als der Junge, von dem gerade erzählt wurde, und noch nicht angefangen hat, für den sind die Felle aber auch noch nicht weggeschwommen. Allerdings ist es notwendig, etwas mehr in monatlichen Raten zu sparen, um zum gewünschten Milliönchen zu kommen. Aber auch für Spätanfänger wirkt noch der Zinseszinseffekt.

Vermögen aufbauen mit Fondssparplänen


Ein ganz gravierender Punkt beim Sparen ist der Zinssatz. Es leuchtet ein, dass 13,5% Zinsen p.A. mehr einbringen als 3%. Also ist das Produkt von Bedeutung, das zur Vermögensbildung herangezogen wird. Fondssparpläne gehen immer mit dem Begriff „langfristige Vermögensbildung“ einher, und das hat seinen Grund. Cost Average Effect heißt das Zauberwort. Damit erklärt sich auch die magische Zahl 13,5%. Sie ist nicht einfach so aus der Luft gegriffen, sondern hat eine Historie.

Der Cost Average Effect

Average kommt aus dem Englischen und bedeutet „Durchschnitt“. Ein Wagen, der auf der Landstraße 10 Liter verbrennt, in der Stadt 12 und auf der Autobahn 8, der fährt seine 100 Kilometer im Durchschnitt mit 10 Litern Sprit. Genauso wird gerechnet, wenn der Cost Average Effect Anwendung findet. Am effektivsten ist der regelmäßige Kauf von Anteilen volatiler Fonds, denn dort kommt der Cost Average Effect am deutlichsten zu Wert. Das Wort „volatil“ beschreibt einen Fond, der in seinem Dasein durch Höhen und Tiefen geht. Nicht nur so ein bisschen, sondern richtig kräftig. Meistens wird daher in Aktienfonds investiert, wenn Volatilität ausgenutzt werden soll.

Beispiel: Ein Sparer investiert monatlich 100 Euro in einen Aktienfonds. Die Sparrate bleibt also gleich. Genauso gut könnten monatlich natürlich auch gleichbleibend z.B. 10 Anteile des gleichen Fonds gekauft werden, was aber wenig Sinn machen würde, denn dann wäre ja der Einsatz volatil. Wir als Sparer wollen aber monatlich eine feste Größe investieren, also 100 Euro. Da der Preis für die Fondsanteile kräftig schwankt – das sehen wir, wenn wir uns täglich die Börse und die Bewegungen des DAX anschauen – bekommen wir für unsere 100 Euro jeden Monat eine andere Menge an Fondsteilen. Um es ein wenig einfacher zu machen, wird hier ein Beispiel mit glatten Zahlen angeführt, die so in der Realität sicherlich nicht vorkommen. Aber der Effekt bleibt der gleiche.

Zahlen zum Beispiel:

Ein Anteil des Aktienfonds A kostet im

Januar10 Euro
Februar11 Euro
März12 Euro
April10 Euro
Mai09 Euro
Juni08 Euro
Juli06 Euro
August05 Euro
September07 Euro
Oktober08 Euro
November09 Euro
Dezember10 Euro


Der Fond ist also im Dezember genauso teuer wie am Anfang des Jahres. Wäre der Wert stabil geblieben, hätten wir für 12 * 100 Euro 120 Anteile auf unser Depot gebracht, die einen Wert von 1200 Euro entsprechen, also genauso viel wie wir investiert haben. Da der Wert sich aber erheblich änderte, haben wir für unsere 1200 Euro folgende Menge an Fondsanteile geerntet:

Januar10 Anteile
Februar9,1 Anteile
März8,33 Anteile
April10 Anteile
Mai11,11 Anteile
Juni12,5 Anteile
Juli16,66 Anteile
August20 Anteile
September14,28 Anteile
Oktober12,5 Anteile
November11,11 Anteile
Dezember10 Anteile


Macht zusammen: 145,59 Anteile. Diese haben einen Wert von 1455,90 Euro, obwohl ein Fondsanteil nach einem Jahr den gleichen Preis hat wie am ersten Tag. Der Gewinn beträgt fast 21,5%.

Wohl gemerkt, dies hier ist ein Beispiel. Aber eben nicht nur ein Beispiel, denn bei aufstrebenden Märkten kann ein Fonds gar noch mehr Plus machen. So legte der DWS Vermögensbildungsfonds I (WKN: 847652), einer der besten Fonds der Deutschen Bank Tochter DWS, von Ende 1998 bis Mitte 2000 fast 400% zu. Wer über einen langen Zeitraum, also mindestens 5 Jahre, regelmäßig in einen volatilen Fond spart, kann mit einer durchschnittlichen Rendite von 13,5% p.A. rechnen. Das ist ein Erfahrungswert. Langfristige Anlagen wie fondgebundene Lebens- und Rentenversicherungen lassen daher auch keine Wahl. Hier wird IMMER in Aktienfonds investiert, da die Rendite höher ist als bei nicht so beweglichen Renten- oder Immobilienfonds.



Welcher Fond ist zu empfehlen?

Schön ist, was gefällt, ist eine bekannte Aussage. Dem einen sagt dieses zu, dem anderen jenes. Und so ist es auch mit der Geldanlage. Man kann einen bestimmten Fonds mögen oder nicht. Um besser ausloten zu können, ob ein Fonds gefällt, können verschiedene Kriterien herangezogen werden.

Das Rating

Viele Fonds werden von namhaften Gesellschaften bewertet und mit einem Rating versehen. Die bekanntesten Bewertungen sind das Morningstar Rating, das die geprüften Fonds wie ein Hotel mit Sternen verziert, sowie das S&P Fund Management Rating (Standard & Poor’s). Hier bekommen die Fonds Buchstaben zugeteilt. Kann die Bewertung bei Morningstar anhand der Sternenzahl erkannt werden – je mehr, desto besser, wobei 5 Stück maximal sind – so ist bei S&P ein mit AAA bewerteter Fonds besser als C, und A immer noch besser als BBB. Bei vielen Online Brokern kann durch Klicken auf das Rating der Research-Bericht aufgerufen und studiert werden. So lässt sich das Gerüst besser nachvollziehen, warum ein Fonds gerade dieses Rating hat.

Die Performance

Eine zweite Maßnahme, selbst eine Einschätzung zu wagen, bietet die Performance. Performance bedeutet soviel wie Leistung und bietet Vergleiche an. Hier kann abgelesen werden, wie sich der Fonds in einem bestimmten Zeitraum im Vergleich zu anderen Fonds oder dem Anlagenbereich entwickelt hat. Eine typische Performance eines Fonds, der in Aktien Global investiert, sieht zum Beispiel so aus:

Performance (Stand: 28.09.2007)


1 Monat3 Monate1 Jahr3 Jahre5 Jahre
Beispielfonds2,34%-1,03%12,72%49,43%80,24%
Aktien Global1,83%-2,14%11,13%47,53%69,32%
Bester Fonds Sektor11,31%13,89%48,17%121,09%220,83%


Der zum Beispiel herangezogene Fonds ist hier immer ein paar Punkte besser als die globalen Aktien, in die er investiert. Aber der beste Fonds in diesem Sektor ist noch wesentlich besser. Das Beispiel zeigt aber sehr gut, dass der Fonds im 5-Jahresschnitt locker die Cost Average Marke von 13,5% p.A. geknackt hat.

Die Kurve (Chart)

Ein weiteres Kriterium ist der Chart. Er sagt viel darüber aus, wie volatil ein Fonds ist und wie sehr er auf den Markt reagiert. Wem es beim Anschauen eines turbulenten Auf und Ab übel wird, sollte lieber auf etwas Ruhigeres zurückgreifen. KEIN Kriterium sollte allerdings der Chart für einen Monat oder gar den Intraday (also den Tag, an dem man ihn betrachtet) sein. Wir erinnern uns: Fondssparen ist eine langfristige Anlage.

Nebenkosten

Für Transaktionen ist das Halten eines Depots wichtig, denn Fonds können nicht auf einfachen Konten gelagert werden. Während Girokonten oft kostenlos geführt werden, sind Depots meist mit Gebühren verbunden, die es zu vergleichen gilt.

Auch der Erwerb von Fondsanteilen kostet, dazu auch die Verwaltung derselben. So wird für den Kauf von Fondsanteilen ein Ausgabeaufschlag verlangt, der für Aktienfonds üblicherweise 5% beträgt. Onlinebroker geben aber Rabatte, die bis zu 100% ausmachen können, so dass die Fondsanteile kostenlos gekauft werden. Üblich sind 50% des Ausgabeaufschlags. Solche Schnäppchen findet man nur im Internet. Die Hausbank, die natürlich auch ein Depot führen kann, wird kaum solche Rabatte bringen. Hier ein Beispiel für die Kosten beim Onlinebroker:

Konditionen:

Einen Fonds gibt es nicht kostenlos wie ein Prospekt im Ständer beim nächsten Baumarkt. Schön, wenn wir als Sparer was verdienen, wenn wir in einen Fonds investieren, aber die Leute, die die Fonds managen, möchten auch nicht gerne leer ausgehen. Dazwischen rangiert auch noch die Depot führende Bank, die ebenso hasst, umsonst zu arbeiten. Für diese Zwecke ist unter anderem der Ausgabeaufschlag vorgesehen, der umso höher ausfällt, je volatiler ein Fonds beschaffen ist. Das kann als Faustregel durchgehen. Aktienfonds sind sehr volatil und werden mit dem höchsten Aufschlag bestrichen, der da 5% beträgt. Geldmarktfonds, die sich kaum bewegen, gibt es dagegen umsonst. Alles andere rangiert dazwischen.

Allerdings ist der von der Fondsgesellschaft vorgeschriebene Ausgabeaufschlag keine unumstößliche Größe. So trifft man mancherorts auf Schnäppchen, zum Beispiel beim Onlinebroker. Dort könnten die Angaben zum Fonds X in etwa lauten:

Ausgabeaufschlag: 5,00%
Unser Discount: 50,00%
Unser Preis: 2,50%
Mindestanlage in EUR 255,00

Der Ausgabeaufschlag beträgt normalerweise 5%, bei einer Anlagesumme von 100 € also 5 €. Beim oben gezeigten Anbieter sind es nur 2,50 €, und genauso viel spart der Anleger monatlich bei einer Anlagesumme von 100 €. Das läppert sich zusammen und sollte auf jeden Fall beachtet werden.

Kosten im Fonds:

Für die Verwaltung des oder der Fonds im Depot werden ebenso Gebühren fällig, und auch für das Führen des Depots. Beispiel:

Verwaltungsvergütung: 1,45%
Depotbankvergütung: 0,10%

Aber auch hier gilt, wie beim Ausgabeaufschlag, dass manche Onlinebroker dafür nichts haben wollen, zumindest bei dem einen oder anderen Fonds.

Dieser Beitrag wird fortgesetzt. Lesen Sie den 2. Teil unter Vermögensaufbau mittels Fondssparen - Teil 2.



BankingPortal24.de
29.10.2007

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Keywords: Investmentfonds, Aktienfonds, Fonds, Sparen, Fondssparen, Anteile, Ausgabeaufschlag, Fondssparpläne

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