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Hausfinanzierung mit der Lebensversicherung - eine Milchmädchenrechnung?
Das Haus ist geplant, das Grundstück gekauft. Stellt sich nur noch die Frage nach der Finanzierung. Dabei liegt das Augenmerk diesmal nicht auf dem Zinssatz, sondern auf dem „Wie“!
Jeder kennt das Annuitätendarlehen. Die Bausumme des Hauses wird als Darlehen zur Verfügung gestellt. Ein Zinssatz wird ausgehandelt und für eine gewisse Zeit festgeschrieben. Und dann wird fleißig abbezahlt, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Mit jeder Ratenzahlung verringert sich die geliehene Summe und damit die Zinsen, während sich der Tilgungsbeitrag erhöht und die Abzahlung beschleunigt. Der neue Hausbesitzer kann also förmlich zusehen, wie sich im Laufe der Zeit die Schuld verringert wie ein Schweizer Gletscher (schlechtes Beispiel, denn wir wollen ja alle nicht, dass die Gletscher verschwinden).
Für uns Gletscherfreunde gibt es also noch eine andere Möglichkeit der Finanzierung, nämlich das endfällige Darlehen. Hier wird die Darlehenssumme auf Eis gelegt, bis sie am Ende der Laufzeit mit einem Schlag getilgt wird. Als Darlehensgeber kommen verschiedene Institutionen in Frage, zum Beispiel – klar – die Bank. Aber auch ein Lebensversicherer könnte die Flocken vorstrecken, mit einer abzuschließenden Lebensversicherung, in die monatlich eingezahlt, und die sofort beliehen wird. Für das vorgestreckte Geld werden monatliche Zinsen fällig, die sich nicht – wie beim Annuitätendarlehen – verringern. Am Ende der Laufzeit wird das Darlehen getilgt, und fertig.
Hört sich doch gut an: Der Häuslebauer ist versichert mit genau der Summe, die das Haus kostet, und die Lebensversicherungsbeiträge häufen Guthabenzinsen an. Braucht er das Gebäude gar als Geschäftsimmobilie, kann er die Zinsen beim Finanzamt als Werbungskosten absetzen. Verdammt ausgeklügeltes System – das ein paar Haken hat.
Zwar gibt es die Darlehen bei den Lebensversicherungen ein paar Zehntel billiger, wenn sie es aus der eigenen Kasse bezahlen, aber trotzdem zeigen viele, die sich auf diese Art der Finanzierung eingelassen haben, am Ende lange Gesichter. Wir alle erinnern uns, dass die Prognosen der Gesellschaften in der Vergangenheit recht üppig ausgefallen waren und bei gerne mal 12% lagen. Die Prognosen haben aber rein gar nichts mit der tatsächlichen, der garantierten Rendite zu tun, die am Ende ausgezahlt wird, denn nicht garantierte Überschüsse verschönen die Rechnung.
Deshalb wird auch immer recht klein und vorsichtig hinzugefügt: Die tatsächliche Rendite kann höher als auch niedriger ausfallen. Fluchs war man in den Versicherungshäusern auch bei der Hand, als es angesichts der absackenden Börse nach 2000 darum ging, nach unten zu korrigieren. Denn wie die Banken bei den Immobilien, so hatten sich die Gierhälse der Versicherungen an der Börse verspekuliert, und das mit dem Geld der Kunden. Außerdem warf der Bund der Versicherten einigen Gesellschaften vor, zu hohe Beträge in die eigenen Rücklagen zu stecken und damit die Gewinnbeteiligungen zu schmälern.
Wenn ein Abschluss anliegt, wird gerne mit deftigen Zahlen jongliert, um den Kunden zu locken. Aber am Ende kommt das große Erwachen. Was, wenn der Hausbesitzer damit gerechnet hat, dass sein Häuschen nach Jahrzehnten abbezahlt ist, am Stichtag aber plötzlich noch 50.000 Euro Schulden übrig bleiben? Bei vielen ist dann schon die erste Renovierung fällig. Kein Wunder, dass die Kapitallebensversicherung in Verruf geraten ist.
Wer aber gegen solche Bösewichte das Feuerschwert ziehen will soll wissen, dass die Versicherer nicht allein die Schuld am schlechten Image haben. Auch die Bundesregierung mischte kräftig mit. Das über die Grenzen Deutschlands hinaus geschätzte Arbeitslosengeld II, auch bekannt unter dem Schimpfwort „Hartz IV“, ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Einmal davon abgesehen, dass ein Hartz-IV-Empfänger kaum noch die Gelegenheit hat, seine LV weiter zu füttern. Wird er zum Kunden beim Sozialamt, muss er erst einmal bis zu einem Mindestsatz seinen Besitz verprassen, bevor er gnädig unterstützt wird. Und dazu gehört auch die Lebensversicherung, selbst wenn sie für die Altersvorsorge angelegt worden ist. Ein Irrsinn sondergleichen.
Fazit: Eine Hausfinanzierung, gepaart mit einer Lebensversicherung, ist nicht zu empfehlen. Es sei denn, man rechnet von vorne herein schon nur mit der Garantieauszahlung. Wird es am Ende durch Überschussbeteiligungen mehr, ist vielleicht noch das Carport mit drin. Interessant ist ein endfälliges Darlehen sowieso nur für Erwerber, die die Immobilie geschäftlich nutzen wollen und die über die gesamte Laufzeit gleichbleibenden Zinsen als Werbungskosten absetzen möchten.
Dem Gedanken, mit der Lebensversicherung gleich eine Absicherung für den Todesfall zu haben, ist nicht wirklich etwas Positives abzugewinnen, denn Kapitallebensversicherungen sind zu teuer. Besser ist ein Annuitätendarlehen, gepaart mit einer Risiko-Lebensversicherung.
BankingPortal24.de
24.10.2007
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Hausfinanzierung, Lebensversicherung, Kunden, Darlehen, Annuitätendarlehen, Zinsen
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Kommentare:
Michael Böckling schrieb am 27.01.2010 11:12:15
Schön wäre es - wenn solch ein Schwachsinn - der VÖLLIG an -zig Berechnungen ganz verschiedener Institute vorbeigeht, wenigstens mit einem Namen - am Besten noch Beruf - unterzeichnet wäre !
1. In einer Tiefzinsphase wie seit nun mehr als 15 Jahren (Stand: 2010) gibt es rechnerisch kaum eine bessere Finanzierung - besonders im 1. Rang - als eine tilgungsfreie mit Tilgung aus einer (vom der Versicherung her möglichst GUTEN!) Kapitallebensversicherung!
Warum ?
Wenn mein eff. Zinsatz nur wie zur Zeit knapp über 4 % beträgt und ich mit einer KLV tilge die NUR 5-6 % erwirtschaftet (und DAS ist wirklich defensiv gerechnet) - dann habe ich logischerweise ein Geschäft gemacht.
WER eine GUTE KLV anbietet - das kann man auf Vergleichlisten usw. nachgoogeln !
Wenn die Zinsen für Hypo-Darlehen natürlich hoch sind, sieht die Rechnung anders aus.
Aber die Aussagen des Hauptarktikels sind schlichtweg FALSCH.
Im GEgenteil: Mit einem Standart - Rechenprogram zur Zinseszinsberechnung kann man beweisen, dass eine Finanzierung mit Tilgung aus KLV eine vergleichbare Annuitäten-Finanzierung um TAUSENDE von EUR schlägt!
Die Todesfallabsicherung ist dabei nur am Rande erwähnbar - muss aber halt nicht EXTRA abgeschlossen werden.
VIEL interessanter ist da auch noch die steuerliche Absetzbarkeit der KLV-Beiträge - die ja nochmal einen Gewinn bringen - ab 2010 sogar uneingeschränkt!
Fazit: Sich AUSFÜHRLICH informieren LOHNT sich immer -
die Dummen sind halt - wie immer - die DUMMEN !
M. Böckling - Nordhofen
Rudolf NEumann schrieb am 11.01.2008 12:09:27
Worin besteht eigentlich das unternehmerische Risiko einer LV, wenn sie alle Gefahrenmomente auf ihre Kunden abwälzen kann? Wieso sind bei diesen Gesellschaften, die sich in ihrer Gier verhoben haben überhaupt derart unverschämte Vorstandgehälter gerechtfertigt? Welche Leistung liegt diesen Gehältern zugrunde oder ist alles an Minderleistung der Konzernführungen damit abgedeckt, dass klangvolle Politikernamen in der Besetzung der Aufsichtsratsposten auftauchen? Was tut oder wo versteckt sich das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen, wenn es gilt, diese Schweinereien zum Nachteil der blechenden Kunden aufzudecken?


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