

|

|

Geldanlage in Münzen, Gold und Co. - Teil 1
Wer Geld anlegt, hat einen gewissen Betrag zur Verfügung, der nicht für allgemeine Ausgaben vorgesehen ist. Aber in der Schublade soll es auch nichtgerade liegen, denn das wäre ein schlechtes Geschäft, weil die Inflation den Wert vermindern würde. Demnach ist also die Geldanlage eine Investition in entsprechende Werte mit dem Ziel, einen Wertzuwachs zu erzielen.
Gäbe es nur eine einzige Möglichkeit, das überschüssige Geld zu investieren, zum Beispiel in das gute alte Sparbuch, dann bräuchten wir an dieser Stelle keinen Gedanken darüber zu verlieren und uns zu fragen: Was mache ich denn nun mit meinem Geld? Ab damit aufs Sparbuch, und fertig. Auf der anderen Seite kämen uns aber bei der derzeit steigenden Inflation die Tränen, denn sie ist in etwa doppelt so hoch wie der Zinssatz, den es dort gibt. Ohne Inflation ist die Ausbeute eines Sparbuchs aber auch nicht gerade üppig. Leider stellt sich uns daher – angesichts der Vielzahl an Anlagemöglichkeiten – die Frage, welches Produkt das Beste für die Geldanlage ist.
Diese Frage ist bei der Auswahl des Sparziels und anhand des verfügbaren Betrags von großer Bedeutung. Von flexibel über ertragreich bis hin zu absoluter Sicherheit (falls es so was überhaupt gibt) geht die Spanne, und was das bedeutet, haben wir bereits an anderer Stelle erschöpfend besprochen (siehe die redaktionellen Beiträge auf dieser Webseite: Geld anlegen, aber richtig).


Da dort der Vermögensaufbau mit Aktien und Fonds belichtet wird, werden Sie diese Art der Anlage hier vermissen. Vielleicht schmerzlich, aber dafür malen wir uns Ziele aus, die viel interessanter, weil exotischer sind, zum Beispiel:
Geldanlagen in Münzen und Gold
Wenn schon Münzen, dann Metallmünzen aus unserer Zeit. Sammlerstücke aus anderen Epochen eignen sich nur beschränkt als Geldanlage (siehe demnächst im zweiten Teil), denn sie besitzen nur Liebhaberwert. Da die Geldanlage in Münzen einer in Gold recht ähnlich ist (weil die Goldmünze eben die beliebteste aller Münzen ist), werfen wir an dieser Stelle alles in einen Topf und schauen uns erst einmal ein paar Grundinformationen zum Thema Gold an.
Der Preis des Goldes
Schon der Name „Gold“ hat etwas Mystisches. Seit ewigen Zeiten fasziniert es den Menschen, und die Nachfrage danach ist unverändert hoch. Das bedeutet aber nicht, dass der Goldpreis in astronomische Höhen steigt. Die Vergangenheit zeigt, dass auch anders herum ein Schuh daraus wird. Das Gemeine daran ist, dass es sich nicht einmal abschätzen lässt, was passiert, denn der Goldpreis hängt noch von viel mehr Faktoren ab als von der Nachfrage. Selbst bekannte Analysten haben sich schon erheblich vertan mit ihren Prognosen.
Die Deutsche Bundesbank hortet Goldbarren im Wert von 52,3 Milliarden Euro bzw. 3422,54 t (Stand: September 2006). Hatte eine Goldmünze in alten Zeiten noch tatsächlich den Materialwert, den sie repräsentierte, so spiegelt ein heute gedruckter Schein nur den Gegenwert in Gold wider. Und dieser Goldpreis ist die einzige unabhängige Währung und stabil. Was sich ändert ist das Papiergeld, das immer wieder neu bewertet wird, dann nämlich, wenn Inflation und Entwertung daher glibbern. Solche Entwertungen finden statt, wenn sich Regierungen mit zu vielen Ausgaben übernehmen, wie wir es ja seit einigen Jahrzehnten aus der Bundeshauptstadt gewöhnt sind. Gleichzeitig schleichen sich die Lebenshaltungskosten in die Höhe, so dass diese Neubewertung dem Volk kaum auffällt.
Das wiederum hat einen Anstieg des Goldpreises zur Folge. Es setzt ein Zeichen, dass mehr Papiergeld im Umlauf ist, als damit an Realwerten repräsentiert werden kann. In der modernen Volkswirtschaft ist dieses Phänomen als Inflation bekannt. Es zeigt, dass die Regierung nicht richtig wirtschaftet und ist sogar als fester Bestandteil deren Budgetplanung zu betrachten. Da das Gold also seinen Wert behält, hat es sich über Jahrtausende den Ruf eines wertbeständigen Metalls erarbeitet und ist bei den Menschen als sicherer Hafen für ihr Vermögen fest verankert. Daraus resultiert der einfache Gedanke: Wenn die Zeiten unruhig werden, wird in Gold angelegt, denn das behält ja seinen Wert. Da der Goldpreis steigt (wegen der Nachfrage), ist das die beste Garantie, bei schleichender Entwertung Kielwasser zu behalten.
Wenn es denn so einfach wäre! Denn heute gibt es einige Faktoren, die hinzu gerechnet werden müssen und eben nicht mehr garantieren, dass das begehrte Edelmetall teurer wird.
Da ist der Wechselkurs. Uns allen klingt eine Aussage im Ohr, wie: „Eine Unze Feingold kostet heute xyz Dollar.“ Das bedeutet, der Goldpreis wird in Dollar notiert. Will heißen: Wer Gold kauft, spekuliert nicht nur darauf, dass der Preis pro Unze zunimmt, sondern macht sich auch vom Verhältnis abhängig, das der Euro zum Dollar pflegt. Nicht nur für den Privatanleger ist das eine große Unbekannte.
Und dann sind da die Spekulanten, denn auf Risiko bauen nicht nur die Ölkäufer. Viele spekulative Fonds lassen dem einzelnen Anleger keine Chance, sich beim Goldpreis auf etwas zu verlassen.
Auch die Eigenschaft aller Rohstoffe, dem Gesetz von Angebot und Nachfrage hörig zu sein, macht den Preis zu einem Spielball der Spekulanten.
Eine weitere Rolle spielt folgende Frage: Wofür werden die Edelmetalle in der Zukunft benötigt? Wird Platin noch in Katalysatoren gehaucht? Wird Gold auch weiterhin für Schmuck, Elektronik und Zahnersatz benötigt? Und das war noch nicht alles.
Ein weiterer, nicht zu übersehender Nachteil gegenüber anderen Geldanlagen ist jener, dass es bei Münzen und Goldbarren keine Zinsen gibt. Wer in Fonds investiert, kann bei einer Talfahrt wenigstens die Ausschüttungen einfahren und genießt so noch einen gewissen Fallschirm, der den Fall bremst. Aber wenn der Goldpreis abschmiert, bleibt dem Anleger nur noch der Blick in die Gletscherspalte.
Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stieg der Goldpreis auf sagenhafte 850 Dollar je Unze (31,10 Gramm). Sofort wurden Stimmen laut, die das Metall als den sichersten Inflations- und Krisenschutz anpriesen. Dass der Absturz genauso rasant folgte und Mitte 1982 nur noch bei 310 Dollar notiert wurde, strafte die Stimmen Lügen. Seither hat das Gold nie wieder eine solche Höhe erreicht. Erst 2005 gelang es, wieder einmal die 700-Euro-Grenze zu überschreiten.
Auch die Spekulation in andere Metalle ist eine sehr unsichere Angelegenheit. Die Grundregel, dass eine Inflation den Wert von Edelmetallen anhebt, lässt sich nicht mehr aufrechterhalten. Das haben wir gerade gesehen.
Zu bedenken ist ebenfalls, dass es Gold nicht wie ein Brötchen aufschlagfrei über die Theke zu kaufen gibt. Während wir beim Bäcker den Gegenwert zahlen, pflücken Trader zwischen 2,5 Prozent und mehr als 10 Prozent auf den reinen Materialwert drauf. Besonders kleine Einheiten wie Münzen werden kräftig gesalbt. Der Käufer eines mickrigen Fünf-Gramm-Barrens zählt rund 20-25 Prozent mehr auf den Tresen als dies die Käuferin eines Kilobarrens umgerechnet tun würde. Und wer zuhause keinen sicheren Tresor hat, sieht sich weiteren Schwierigkeiten gegenüber.
Auch Herr Peer S. aus B. hält die Hand auf und lässt sie sich mit 19 Prozent golden pudern. Dabei ist es egal, ob reines Gold oder geprägte Münzen erstanden werden. Die allseits beliebte Mehrwertsteuer kommt auf jeden Fall hinzu.
Wer seine Hortungen wieder veräußern will, muss mit deftigen Abschlägen rechnen, denn die An- und Verkaufpreise des Goldes liegen weit auseinander. Bei einem Zehn-Gramm-Barren sind es schon 15 Prozent, die erst einmal eingefahren werden wollen.
Wer jetzt noch Lust auf einen glänzenden Barren hat, freut sich vielleicht über unseren
Tipp: Lassen Sie die Barren weg, und nehmen Sie lieber eine Goldminenaktie, ein Goldzertifikat oder ein Metallkonto ins Repertoire auf. Da Investmentfonds in der Regel auf Goldminen schwören, ist dem Risikofreudigen immer noch eine Spekulationschance gegeben, denn der Goldpreis schwankt ordentlich hin und her. Auch sind Zertifikate oft sehr kostengünstig zu bekommen, und sie werden bequem an der Börse gehandelt. Beherzigen Sie aber bitte die Faustregel: Maximal 15 Prozent des Gesamtdepotwerts gehören in Gold!
Dieser Beitrag wird fortgesetzt. Lesen Sie den 2. Teil von Geldanlage in Münzen, Gold und Co. Betätigen Sie diesen Link: Geldanlage in Münzen, Gold und Co. – Teil 2.
Oder lesen Sie Geldanlage in Gold
BankingPortal24.de
24.09.2007
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Geldanlage, Geldanlagen, Gold, Münzen, Goldpreis, Inflation, Nachfrage
Abrufe: 3632
RSS-Feed: abonnieren
Twitter: bankingportal24 folgen | Facebook:
Kommentare:
Es wurden bisher keine Kommentare abgegeben. Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem redaktionellen Beitrag. Klicken Sie hier


Schreiben Sie einen neuen Kommentar zu diesem redaktionellen Beitrag oder diskutieren Sie über dieses Thema oder andere Finanzthemen im Finanzforum. Tauschen Sie sich dort mit anderen Mitgliedern z.B. über Probleme mit Banken, Anbietern oder bestimmte Produkte aus und diskutieren Sie Ihre Meinung.
Zurück zur Finanz Redaktion
|
|