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Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen - Grundlagen, Teil 1
Manche verstehen unter dem Begriff "Fond" die Grundlage für ein gutes Süppchen. Ein Schiffsfonds hat aber nichts mit einer Fischsuppe zu tun. Vielmehr bietet er eine gute Gelegenheit, nicht gebrauchtes Geld eine Zeitlang arbeiten zu lassen. Da der Begriff "Zeitlang" recht dehnbar ist, wollen wir hier prüfen, was das genau bedeutet.
Auf die Scheine sollten Sie mindestens 10 Jahre lang verzichten können. Das wäre aber unter den Schiffsfonds bereits ein "Kurzläufer". Viele Anbieter hätten gern für 15, 20, ja sogar 25 Jahre ihr Geld, bevor Sie es zurück erhalten. Schließlich investieren wir ja in keinen schrottreifen Ölpott, sondern in ein frisch gestrichenes, noch in der Werft liegendes Schiff, das seine Taufe noch vor sich hat. Und da es sich dabei um richtig schwere Kähne handelt, die auch die Aldi-Brüder nicht mehr aus der Portokasse zahlen würden, ist von Summen ab 10.000 € die Rede, wenn wir über Schiffsfonds plaudern.
Warum gerade Schiffsfonds? Nun, das ist vielleicht im Jahre 2007 nach Geburt des Herrn noch nicht so interessant wie ab Januar 2009, wenn der Begriff Abgeltungssteuer unseren Sprachschatz bereichert. Oder vielleicht doch? Wer bereits jetzt schon vom Fiskus gemolken wird, verdient entsprechend gut und sollte über einen Schiffsfond nachdenken, denn hier sind die Gewinne fast steuerfrei.
Der Grund liegt darin, dass wir uns BETEILIGEN, was beim herkömmlichen Aktienfond eben nicht der Fall ist. Wir werden sozusagen Klein-Reeder. Dass der Inhaber einer Schiffsbeteiligung tatsächlich Mitinhaber eines Containerschiffs, eines Öltankers oder was auch immer ist, lassen manche Gesellschaften daran erkennen, dass diese Geldanleger auf "ihren" Schiffen mitfahren können, in einer so genannten Eignerkabine, die für etwa 15 € bei Vollpension zu buchen ist.
Na, wenn das kein Angebot darstellt? Und obendrein gibt es ca. 10% Rendite im Jahr? Einfach klasse. Schon kommen Angebote auf den Markt, die uns von Steuern geplagte Bürger die Last verringern wollen. "Mit Schiffsfonds Steuern sparen und in Kapital umwandeln", heißen solche Slogans. Wie soll das gehen?
Wer statt Steuern zu zahlen ein Zusatzeinkommen erwirtschaften oder frei verfügbares Kapital bilden möchte, kann dafür auf Schiffsbeteiligungen setzen. Damit dieses Konzept sich auch rentiert, richtet es sich in erster Linie an ledige Anleger mit einem zu versteuernden Einkommen ab 35.000,-€/Jahr, oder an Verheiratete, die wenigstens 45.000,-€/Jahr nach Hause bringen. Wer sich zu dieser Gruppe zählt, kann sich folgendes Prinzip zunutze machen:
Der Steuerpflichtige kauft einen Anteil an einer Schiffsbeteiligung. Damit der Spaß auch ein wenig spannend ist, wird die Beteiligung nicht aus Eigenkapital bestritten, sondern ganz oder teilweise finanziert.
Durch einen meist hohen Verlustvortrag der Schiffsbeteiligung sinkt das zu versteuernde Einkommen des Steuerpflichtigen und lässt Väterchen Staat in die Röhre schauen. Natürlich fallen für die Finanzierung Zinsen an, und der Kredit muss getilgt werden. Doch diese anfallenden Beträge werden komplett aus dem Ertrag der Schiffsbeteiligung und der Steuerersparnis bestritten. Nach einigen Jahren ist die Kapitalanlage bezahlt, und die Einnahmen die sonst zur Tilgung genutzt wurden, können als Zusatzeinkommen verbucht werden.
Natürlich kann die Beteiligung auch - meist steuerfrei - wieder verkauft werden. Eine Garantie, dass die prognostizierten Einnahmen aus dem Betrieb der Schiffe auch in voller Höhe eintreffen, gibt es jedoch nicht.
Wir erinnern uns: Je höher die Rendite, desto mehr Risiko steckt dahinter, und eine Schiffsbeteiligung ist eine unternehmerische Beteiligung, die erhebliche Risiken bezüglich des Investitions- und Finanzierungsplans beinhalten kann. Deshalb ist es wichtig, die besten Anbieter mit den seriösesten Prognosen zu finden. Beleuchten wir die Chancen und Risiken im Einzelnen, sieht es folgendermaßen aus:
Die Chancen
Natürlich gibt es Schiffsfonds, die während ihrer Laufzeit 200% erwirtschaften und dabei durch eine 100%ige Bankgarantie abgesichert sind. Die Auszahlungen der meisten Schiffsfonds sind auf Grund der Tonnagebesteuerung nahezu steuerfrei und somit ideal als Steuersparmodell für jedermann geeignet (siehe jedoch auch: Risiken). Grund: die Sparerfreibeträge wurden Anfang 2007 nahezu halbiert, und für manche Anlageformen wird es 2009 noch übler (siehe redaktionelle Beiträge). Warum also nicht teilhaben am global zunehmenden Welthandel, der eine weltweit steigende Nachfrage nach doppelwandigen Containerschiffen und nach neuen Chemikalien- und Rohöltankern auslöst? Alte Einhüllentanker müssen nach der verschärften IMO-Richtline Gott sei Dank stillgelegt werden, und die Risikoklassen wurden neu eingeteilt. Eine umfangreiche Kapitalabsicherung durch Garantieerklärungen namhafter Banken schaffen vertrauen in die Investition.
Ist es da ein Wunder, dass sich Schiff-Fonds immer größerer Beliebtheit erfreuen? Die Renditeaussichten sind gestiegen. Darüber hinaus erfolgt der überwiegende Teil des weltweiten Frachtverkehrs heutzutage per Schiff, da dieses Transportmittel sowohl ökonomisch als auch ökologisch mit großen Vorteilen einhergeht. Und der Welthandel nimmt stetig zu, nicht zuletzt durch den Wirtschaftsboom in China und Indien. Der Containerumschlag soll sich verdoppeln. Das bedeutet, dass die Containerschiffe neben den Mehrzweckfrachtschiffen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Container erfreuen sich großer Beliebtheit, denn von der Logistik her weisen sie erhebliche Vorzüge auf, weshalb immer mehr Waren in Containern transportiert werden.
So hat sich der weltweite Containerumschlag in den Häfen seit 1985 mehr als vervierfacht. Für die Zukunft wird auf Grund der stark wachsenden Weltkonjunktur eine ähnliche Entwicklung prognostiziert. So soll sich der Containerumschlag nach aktuellen Prognosen unterschiedlicher Institutionen in den kommenden 10 Jahren verdoppeln.
Vielleicht hatte der norwegische Reeder Earling Naess Recht, als er sagte: "Gott muss ein Schiffseigner gewesen sein. Er platzierte die seltenen Rohstoffe weit weg von dem Ort, wo sie gebraucht werden und bedeckte zwei Drittel der Erde mit Wasser."
Doch nicht nur die Containerschiffe sind viel versprechende Investitionsgüter. Auch die Rohöltanker erfreuen sich gestiegener Attraktivität, wenn auch aus anderen Gründen: Nach dem so genannten "Phase Out"-Programm in Verbindung mit den verschärften Regeln der International Maritime Organization werden in den nächsten Jahren zahlreiche Einhüllentanker aus der Fahrt genommen.
Bis Ende 2007 müssen rund 45 % aller derzeit fahrenden Rohöltanker ersetzt sein. Bereits heute lehnen viele Öl- und Chemiegesellschaften den Einsatz von Einhüllentankern ab, weshalb eine Investition in einen Doppelhüllentanker sinnvoll ist.
Wie kommen nun die hohen, steuerlich begünstigten Gewinne zustande?
Die Höhe der Ausschüttungen werden durch die Chartereinnahmen des Schiffes bestimmt. Es gibt kaum noch Reeder, die ihre neuen Schiffe alleine finanzieren. Fast alles läuft heutzutage über Fonds. Und zusätzlich fällt beim Verkauf des Schiffs ein Veräußerungsgewinn an.
In der Vergangenheit konnten Anleger mit Schiffsbeteiligungen Renditen (nach Steuern) von jährlich 8 % und mehr erzielen. Die hohen Renditen sind der Tonnagesteuer zu verdanken, die mit ca. 200 € bei 10.000 € Ausschüttung getrost als niedrig definiert werden darf. Das macht Schiffsbeteiligungen zu einer außergewöhnlich rentablen Anlageform.
So haben sich Schiff-Fonds nach Immobilienfonds zur zweitwichtigsten Anlageform unter den geschlossenen Fondsprodukten entwickelt.
Übrigens: die meisten der von deutschen Anlegern finanzierten Schiffe gehören den deutschen Versicherungsunternehmen und werfen Renditen ab, welche die Gesamtperformance der Kapitalanlagen bezeichnend verbessern und stabilisieren, da sich die Ergebnisse aus Schiffsbeteiligungen gegenüber den Renten- und Aktienmärkten unkorreliert verhalten .
Soviel für heute zu den Möglichkeiten, mit Schiffsbeteiligungen Geld zu verdienen. Dass diese Anlageform aber auch Risiken birgt, wollen wir nicht verheimlichen. Mehr dazu im zweiten Teil...
Dieser Beitrag wird fortgesetzt! Lesen Sie den 2. Teil von "Schiffsfonds | Schiffsbeteiligungen – Grundlagen"
Betätigen Sie diesen Link: Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen – Grundlagen, Teil 2
BankingPortal24.de
03.08.2007
Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Keywords: Schiffsfonds, Schiffsbeteiligungen, Schiffe, Geldanlage, Steuern, Kapital bilden, Containerschiffe, Renditen
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