Hedge Fonds, Teil 2








Hedge Fonds, Teil 2

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Nachdem der erste Teil unserer Beiträge "Hedge Fonds" seine Duftmarken unter den Lesern gesetzt haben dürfte, soll nun der zweite Teil klären, wer wann wozu und wie einen solchen Fond einsetzen kann.

Wir erinnern uns: Der Hedge Fond ist unabhängig von den klassischen Märkten, die sich unter den Anlegern großer Beliebtheit erfreuen. Da in ganz andere Werte als zum Beispiel Aktien und Renten investiert wird – die wir ja alle im Depot haben – ist die hier beschriebene Form der Anlage prinzipiell für jeden Anleger interessant, denn sie kann die Risiken von Aktienfonds im Depot minimieren. Sind sie konservativ eingestellt? Oder lieben Sie das Risiko? Oder sind Sie vielleicht sogar beides auf einmal? Wenn Sie sich fragen, wie das zusammenpasst, lesen Sie einfach weiter.

Hedge Fonds reagieren anders als andere Fonds, die wir bisher kennen und eignen sich daher zur Beimischung ins Depot, egal ob Sie konservativ oder risikofreudig eingestellt sind. Wichtig ist nur, dass die Korrelation, die Beziehung der Fonds im Depot zueinander stimmig ist. Dazu mehr.

Die Korrelation
Gehen wir einmal davon aus, dass ein Depot drei Korrelationen aufweisen kann, die mit 0, 1 und -1 bezeichnet werden.

Eine Korrelation von 1 besteht, wenn das Depot zum Beispiel wunderbar mit verschiedenen Aktienfonds gefüllt wurde, die alle zur gleichen Zeit ins Uferlose stürzen, wie zum Beispiel nach dem berühmten 11. September 2001. Der Investor hat zwar darauf geachtet, in verschiedene Werte zu investieren, hat dabei aber übersehen, dass die Anlageform die gleiche blieb. Er hat die Eier verschiedener Hühner in den gleichen Korb gelegt. Eine Korrelation von 1 ist also zu vermeiden.



Hat der Investor sein Depot aber wohlweislich aus verschiedenen Anlageformen aufgebaut, die sich völlig konträr entwickeln, dann hat er damit eine Korrelation von -1 realisiert. Fond A mit der Anlagesumme X macht 10% Gewinn, und Fond B mit der gleichen Anlagesumme gönnt sich eine Talfahrt und nimmt um 10% ab. Was bleibt dem Anleger vom Gewinn? NULL, und damit wenig Verständnis für seine ausgewählte Mischung, selbst wenn er hier nichts eingebüßt hat.

Anzustreben ist also ein Wert dazwischen, eine Korrelation von 0. Hedge Fonds sind Anlageinstrumente mit sehr geringer Korrelation zu anderen Anlageformen und nähern sich diesem Wert. Die Studie des Nobelpreisträgers Dr. Harry M. Markowitz belegt, dass Hedge Fonds trotz Ihres eigenen Risikoprofils geeignet sind, den Ertrag zu steigern, das Risiko des Gesamtportfolios aber zu verringern.

Wie also sollte das Depot aussehen?

Es hat sich gezeigt, dass eine Gewichtung von 20% Hedge Fonds im Depot optimal sind. Während beispielsweise ein Depot ohne Hedge Fonds ein Risiko von 7,5% bei einer Rendite von 8% p.a. birgt, reduziert eine Beimischung von 20% Hedge Fonds das Risiko auf 6% und steigert gleichzeitig die Rendite auf fast 10%. Wird der Hedge Fond Anteil auf 30% erhöht, steigen Risiko und Renditechancen. Diese 30% reduzieren das Risiko nicht mehr (wie bei 0% Gewichtung), erhöhen aber die Rendite um etwa 3%.

Hedge Fonds sind also für viele Anleger eine passende Depotbeimischung. Gerade in Märkten, die stagnieren oder fallen, können sie ihre Stärken ausspielen. Durch ihre alternativen Anlagemöglichkeiten in Währungen, Optionen, Aktien, etc. haben Hedge Fonds die Möglichkeit, in jeder Börsenphase Gewinne zu erwirtschaften. Dies bleibt anderen Investments durch diverse Gesetze verwährt, denn wie bereits gesagt, müssen Aktienfonds in Aktien investieren, Immobilienfonds in Immobilien und so weiter.

Damit nicht genug, denn es gibt nicht nur den Hedge Fond als solchen, sondern auch Hedge-Fond-Zertifikate.

Der Fond ist als Sondervermögen beschreibbar, und das Geld der Anleger wird von einer Depotbank verwaltet. Die Transaktionen des Fondsmanagers werden beschnitten durch die Definitionen im offiziellen Verkaufsprospekt des Fonds. Das Geld der Anleger ist vor einer Insolvenz der Fondsmanagement-Gesellschaft sicher, da sie nicht in die Konkursmasse fallen.



Zertifikate dagegen sind so genannte Inhaberschuldverschreibung, auch Anleihen genannt. Diese werden von Emittenten begeben, die sich verpflichten, dem Gläubiger am Ende der Laufzeit den investierten Betrag zurückzuzahlen. Hinzu kommen Zinsen in vorher festgeschriebener Höhe. Bei Inhaberschuldverschreibungen (Zertifikaten) trägt der Anleger das Emittentenrisiko. Tritt der Insolvenzfall ein, haben die Anleger keinen Anteil an dem rechtlich selbstständigen Vermögen und erleiden einen Totalverlust. Die Wertentwicklung darf also nicht das einzige Kriterium zum Kauf eines Hedge Fond Zertifikats sein. Auch die Finanzkraft der Emissionsbank bedarf der Überprüfung. In der Praxis ist das Emittentenrisiko jedoch relativ gering, wenn Banken guter Bonität oder renommierte Finanzinstitute als Emittent berücksichtigt werden.

Wer die bis Dezember 2008 bestehenden Steuervorteile nutzen möchte, kann dafür zurzeit noch Hedge Fonds Zertifikate heranziehen. Die Wertsteigerungen bei Zertifikaten gelten als Kursgewinne, die nach derzeitiger Rechtslage nach einer Spekulationsfrist von einem Jahr steuerfrei sind. Bei Dach-Hedge-Fonds müssen Zins- und Dividendenerträge dagegen versteuert werden.

Damit sind wir am Ende des Beitrags über Hedge Fonds angelangt. Sie haben sicherlich ihre Vorteile und Reize, aber diese sollten nicht dazu animieren, das ganze Vermögen allein dort zu investieren. Wer all das oben Geschriebene vergessen möchte, kann das getrost tun, solange er sich in Erinnerung behält: Maximal 10-30% Beimischung ins Depot sollten es sein, doch der beste Wert liegt bei 20%.

BankingPortal24.de
31.07.2007

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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